Mitglieder

Der Jazzkreis besteht heute noch aus neun ständigen Mitgliedern und gelegentlichen Gästen, die immer willkommen sind. Einige der leider schon verstorbenen Mitglieder haben die Wiesbadener Jazzszene über die Stadtgrenze hinaus bekannt gemacht.

Da ist Hans Herder, der in den 60-er Jahren die Plattenserie “Swing Fan” auf ODEON herausgegeben hat und auch für die verschiedensten Rundfunkanstalten sowie als freier Mitarbeiter bei Zeitungen und Journalen viel für den Jazz getan hat.

Peter KöhlerEin Vollblutmusiker wie Peter Köhler, der mit den verschiedensten Bands der Region spielte, so unter anderem mit der “Wiesbadener Juristenband” , deren Spielweise er maßgeblich beeinflusste. Seine eigene Band, die “Swing Faces” spielte einen swingenden Dixieland konnte aber auch mit seinem “Swingtett” im Comboswing glänzen. Seine Arbeit für den WDR bescherte den Hörern immer eine sachkundige Vorstellung, der Musik, die Peter Köhler so liebte. Auf der journalistischen Schiene fanden seine Artikel über den Jazz in Deutschland über die die Landesgrenze hinaus Beachtung, so sein Beitrag für die Darmstädter Ausstellung “THAT’S JAZZ – Der Sound des 20. Jahrhunderts” – Zur Frühgeschichte des Jazz in Deutschland und Die “Ghetto Swingers” im Konzentrationslager Theresienstadt und als Co-Autor – Köhler Peter u. Konrad Schacht “Die Jazzmusiker: Zur Soziologie einer kreativen Randgruppe” und Peter Köhler u. Matthias Schubert: “Vom Ragtime endlich auch zum Swing”. Seine umfangreiche Platten- und Bücher/Zeitschriftensammlung ging als Spende an das Jazzinstitut Darmstadt und ist somit in seiner Gänze erhalten geblieben.

Wolfgang HeyneWolfgang Heyne, schon ein Wiesbadener Original. Es gab wohl kaum eine Jazzveranstaltung im Swing oder Oldtime, bei der man ihn nicht fand und wenn man gut zuhören konnte, waren seine Geschichten und Geschichtchen immer interessant. Wolfgang Heyne hatte ein ganz besondere Faible für Chick Webb und seine Sängerin Ella Fitzgerald sowie für Django Reinhard und den französischen Swing der 40-er Jahre. Seine Vorträge waren jedenfalls immer von großer Sachkenntnis und Liebe zum Thema geprägt.

Jürgengen CasselmannJürgen Casselmann, der uns über dreißig Jahre die Räumlichkeiten zur Verfügung stellte und der uns als erster mit den Jazzvideos bekannt machte, die er aufgrund seines Berufes aus aller Welt aufgezeichnet hatte. Er war einer unser Spezialisten für den europäischen Jazz und da hauptsächlich für die Musik hinter dem “Eisernen Vorhang” und die der Zigeuner. Ein anderes Feld, das uns von ihm nahe gebracht wurde, war der “Western Swing” und die verschiedensten Bluesrichtungen, die er auf seinen Reisen durch den Süden der USA schätzen gelernt hat. Seine Familie setzt diese Tradition fort und gewährt dem Jazzkreis auch heute noch sein Domizil.

Friedel Wöhler, der aufgrund seiner Gesundheit leider nicht mehr an unseren Abenden teilnehmen kann, der aber mit seiner ausgefallenen Sammlung zum deutschen Jazz der 30-er und 40-er Jahre uns allen einen tiefen Einblick in die damalige Jazz- und Tanzmusik gegeben hat. Seine Vorträge waren immer auch mit ausgefallenen Einzelstücken, wie Glasmatrizen, Pianorollen oder sogar Probepressungen, gespickt und vermittelten so auch eine Vorstellung von der damaligen Aufnahmetechnik. Er veranstaltete unter anderem, im Mainz-Wiesbadener-Raum, Tanztees bei denen, zur Freude der Zuhören und Tänzer, die alten Schellackplatten aufgelegt wurden und so der Eindruck einer vergangenen Zeit erweckt wurde.

Peter RichterPeter Richter, 1995 in die Nähe von Nürnberg entwischt, war einer der Wegbereiter, der zur Öffnung des Jazz, in diesem Kreis, viel beigetragen hat. Seine Vorträge zum “West Coast” und “Cool” waren von profunden Wissen über diese Musik geprägt und immer hochinteressant. Von ihm stammen auch ein Teil der Memorabile im Anhang und einige wichtige Informationen zur Geschichte des Jazzkreises.

 

Albert ButzAlbert Butz ist eins der Gründungsmitglieder des Jazzkreises. Er war über 20 Jahre der Betreiber des “Jazzhouse” in Wiesbaden und kam in dieser Eigenschaft mit vielen durchreisenden Musikern in Kontakt, denn viele trafen sich zu “After Concert Sessions” im Jazzhouse. Seine Erzählungen aus dieser Zeit sind für uns immer eine Bereicherung, da sie meist in seine Vorträge einfließen und sie damit doch sehr lebendig gestalten. Albert Butz ist ein Liebhaber der “schwarzen” Big Bands und da besonders Luis Russel, Cab Calloway und Count Basie sowie den Swingcombos von Lionel Hampton und Teddy Wilson. Eine besondere Passion gilt den Sängerinnen jeder Coleur aber besonders Billie Holiday und Rose Murphy und den „weißen“ Rosemary Cloony und Peggy Lee.

Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass es in seiner großen Plattensammlung so manche Rarität zu entdecken gibt, die er während der letzten 60 Jahre zusammen getragen hat und bei seinen Vorträgen, mit der dazugehörigen Geschichte würzt.

Manuela Casselmann ist 1964 sozusagen in den Jazzkreis Wiesbaden hineingeboren worden. „Ich kann mich erinnern, wie es in den Kellerräumen unter meinem Kinderzimmer viele Jahre lang immer nach „Jazzkneipe“ geklungen hat“. Jazz war auch in den übrigen Räumen des Hauses zu hören und jeder Familienurlaub nach Ungarn, in die USA oder Kanada war mit irgendeinem Jazzereignis verbunden. Eine Klassenfahrt nach Prag 1981 endete mit dem Kauf einer Klarinette, die in allen ihren Bestandteilen von Mitschülern und Lehrern über die Grenze geschmuggelt wurde. „Durch ihren Klarinettenunterricht bei Peter Köhler entwickelte sie dann zunächst eine Vorliebe für swingende Jazzklarinette und Saxophon und wann immer es ihr Studium und Beruf erlaubte, wohnte sie unregelmäßig den monatlichen Jazzkreisabenden im Hause bei. Während ihrer Aufenthalte in Tucson, Arizona/USA wurde sie für einige Jahre Mitglied der Tucson Jazz Society und fand nach einem Live-Konzert von Tito Puente inmitten zahlreicher mexikanischer Fans unter der Sonne Arizonas zum Latin Jazz. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Jazzliebhaberei bildet der Gipsy Swing von Django Reinhard bis zu den Rosenbergs und Wintersteins. Mit dem Tod ihres Vaters in 2004 stand für sie sofort fest, dass sie die Tradition des Jazzkreises Wiesbaden sowie das Jazzleben ihres Vaters weiter führen wollte. Let’s keep swinging.

Helmut Deuter ist wohl einer der vielseitigsten im Jazzkreis. Seine Interessen sind nicht auf einen bestimmten Stil oder Personenkreis beschränkt, so hat er uns vom Blues über Rhythm ’n‘ Blues bis hin zu Stan Kenton alles geboten, was diese Musik so spannend macht.

Alfred MühringerAlfred Müringer kam im Spätsommer des Jahres 1978 zum Jazzkreis und legte im Jahr 1979 mit einem Vortrag seine Gesellenprüfung ab. Es war der Beginn einer sehr angenehmen Zeit im Kreis Gleichgesinnter. Sein Hauptaugenmerk ist auf die Bigbands der 30-er und 40-er Jahre gerichtet, mit einer ganz besonderen Vorliebe für Fletcher Henderson, Luis Russel und Jimmy Luceford, aber auch die anderen sind ihm nicht fremd, so erfreute er uns mit ausgewogenen Vorträgen zu Woody Herman, Harry James und Artie Shaw. Ein weiteres Gebiet sind die europäischen Bands der später 40-er Jahre aus Frankreich, Benelux und Schweden. Die Ausarbeitungen zu seinen Vorträgen sind von ausgesuchten Wissen um die Materie und sehr sorgfältig gestaltet.
Ein besonderer Leckerbissen sind seine Jazz-Quizzfragen, die uns zum Jahresende präsentiert werden

Michael TelegaMichael Telega stieß Anfang der 70-er Jahre durch einen Zufall zum Jazzkreis und ist seitdem ständiges Mitglied. Seine Sammelleidenschaft ist an keine besondere Stilrichtung gebunden, so haben sich, wie bei vielen Jazzhörern, die Interessen über die Jahre vom Oldtime und Swing auch zu moderneren Stilrichtungen bewegt, Hauptsache – die Musik swingt. Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass seine Sammelleidenschaft Count Basie und Oscar Peterson gehört aber auch der “frühe” Miles Davis und die “Blue Note” Aufnahmen der 50-er und 60-er Jahre sind vertreten. Ein weiteres ausgedehntes Gebiet sind die “V-Discs” sowie die AFRS-Programme der Nachkriegszeit mit allen seinen Varianten.
Seine persönliche Homepage finden Sie hier: michaeltelega.de